top of page

🧘🏼 Du darfst deine Routinen anpassen

13. Aug.
3 Min. Lesezeit

Nicht erst dann, wenn endlich wieder mehr Ruhe einkehrt oder die Kinder besser schlafen, die Pflege deiner Mutter planbarer wird oder im Job diese eine heisse Phase vorbei ist. Sondern genau dann, wenn du abends auf deine ToDo-Liste schaust und merkst: Selbst meine guten Gewohnheiten fühlen sich inzwischen wie ein weiterer Punkt an, den ich nicht mehr schaffe.

Vielleicht kennst du das ganz konkret: Du hast dir vorgenommen, morgens 20 Minuten in Ruhe zu journaln, dich zu sortieren und bewusst in den Tag zu starten. Und dann steht um 6:17 Uhr schon ein Kind im Bad und ruft, dass die Sporttasche nicht gepackt ist, parallel blinkt auf dem Handy die Nachricht aus dem Teamchat, und du hetzt mit schlechtem Gewissen in den Tag - nicht nur, weil es stressig ist, sondern auch, weil du schon bei deiner eigenen Routine "versagt" hast.

Genau da beginnt unnötiger Druck, weil deine Routinen nicht mehr zu deinem echten Alltag passen.

 

💡 Warum uns das oft so schwer fällt

Viele leistungsorientierte Frauen und auch Männer, haben verinnerlicht: Eine gute Routine zieht man durch. Egal wie voll die Tage sind, egal wie müde man ist, egal wie sehr sich das Leben gerade verschoben hat.

Routinen werden dann schnell zu mehr als einer Hilfe. Sie werden zum Beweis: dass du organisiert bist, dass du dich im Griff hast, dass du trotz Care-Arbeit, Verantwortung und Ambitionen nicht den Faden verlierst.

Und genau deshalb fällt uns Anpassen oft schwerer als Durchhalten. Weil es sich nicht nach kluger Selbststeuerung anfühlt, sondern nach Nachgeben, vielleicht auch nach kleiner machen. Nach: Ich kriege es nicht mehr hin.

Und Genau hier ist der Denkfehler. Wenn du an einer Routine festhältst, die in deiner aktuellen Lebensphase zu gross, zu lang oder zu starr geworden ist, dann bist du nicht diszipliniert - du bist vor allem hart zu dir selbst.

 

🎋 Wie das auf Klarheit, Leichtigkeit und Resilienz einzahlt

Eine angepasste Routine schafft zuerst Klarheit. Du unterscheidest wieder zwischen dem, was dir wirklich gut tut und dem, was nur noch als ein Anspruch in deinem Kalender klebt.

Sie bringt Leichtigkeit, weil du nicht jeden Tag gegen ein Ideal ankämpfst, das gerade schlicht nicht in dein Leben passt. Wenn deine Routine machbar ist, kostet sie weniger innere Reibung - und genau das macht im vollen Alltag einen riesigen Unterschied.

Und sie stärkt deine Resilienz, weil du lernst, beweglich zu bleiben, ohne dich selbst aufzugeben. Du lässt nicht alles fallen, sondern gestaltest es so um, dass es dich weiterhin trägt.

Das ist die eigentliche Kunst: nicht streichen aus Frust, sondern vereinfachen mit Verstand.

 

🪄 Mein persönlicher Tipp für dich

Schau dir eine einzige Routine an, die dich gerade mehr stresst als unterstützt, und stell dir diese Frage:

Was ist der wirkliche Kern davon, der mir echt hilft?

Nicht die schöne Version. Nicht die Version für ruhigere Wochen in denen alles glatt läuft. Sondern die, die in einen Donnerstag passt, an dem du zwischen Schulbrot, Projektdeadline und einem Anruf im Pflegeheim kaum Luft hast.

Vielleicht bleibt von der Morgenroutine nicht mehr "20 Minuten Me-Time", sondern nur noch:

  • ein Glas warmes Wasser

  • drei tiefe Atemzüge am offenen Fenster

  • eine bewusste Frage: Was ist heute wirklich wichtig?

Das ist nicht weniger wert. Das ist oft genau die Version, die dich wirklich durch den Tag bringt.

 

✍️ Eine kleine Übung

Nimm dir heute 10 Minuten und schreibe zu einer belastenden Routine diese vier Sätze auf:

  1. Diese Routine war mal hilfreich, weil...

  2. Heute setzt sie mich unter Druck, weil...

  3. Was ich davon behalten möchte, ist...

  4. Meine machbare Version für die nächsten sieben Tage ist...

Wichtig: Teste diese neue Version wirklich nur für eine Woche. Nicht für immer. Du musst dich nicht sofort auf ein neues System festlegen. Du brauchst nur genug Ehrlichkeit, um wahrzunehmen, was dich in deiner aktuellen Situation wirklich unterstützt.

 

  🌱 Abschlussgedanken

Du musst nicht an Routinen festhalten, nur weil sie in der Vergangenheit einmal gut für dich waren.

Dein Alltag verändert sich. Deine Belastung verändert sich und du veränderst dich auch. Also dürfen sich auch deine Routinen mit dir verändern. Das ist kein Scheitern. Das ist Reife.

Und vielleicht ist genau das die provokante Wahrheit: Nicht jede Routine, die dich einmal gestärkt hat, ist heute noch Selbstfürsorge. Manches ist einfach nur ein alter Anspruch mit gesundem Image.

Du darfst deine Routinen anpassen. Nicht indem du alles hinschmeisst - sondern indem du es so umbaust, dass es wieder zu zu dir und deinem Leben passt. ❤️


Wenn du möchtest, begleite ich dich gerne auf deinem Weg, deine inneren Ressourcen noch bewusster zu nutzen. Gemeinsam können wir daran arbeiten, mehr Klarheit, Leichtigkeit und Resilienz in dein Leben zu bringen.

 

Ich freue mich, dich auf deiner Reise zu begleiten!

 

bis dahin... herzliche Grüße und Schultern runter, atmen, lächeln

Britta Hülder



 
 
 

Kommentare


bottom of page